Ich bin seit 30 Jahren Prothesenträgerin. Da können sie sich ja vorstellen daß da nichts mehr so toll hält wie es sollte. Bei mir besteht keine andere Möglichkeit mehr  als die sehr teueren Inplantate.

WENN ES NOCH ANDERE MÖGLICHKEITEN GÄBE; WÄRE TOLL; GIBT ES ABER LEIDER NICHT

Weil mein Zahnarzt mich, als ich noch sehr jung war nicht überzeugen konnte daß erhalten besser wäre und die Zähne mir zog, habe ich jetzt diese Probleme die mich sehr belasten.

Mit meiner Krankenkasse liege ich im Rechtstreit, da diese ja keine Inplantate bezahlen will. Nur bei gewissen Ausnahmen. Da ich mich als Ausnahme sehe, denn nach fast 30 J. ist das doch logisch, daß da nichts mehr anderes geht.

Rosemarie R.   MARPINGEN

Antwort:

Leider gibt es immer wieder die Situation daß junge Menschen Totale Prothesen tragen müssen. In diesen Leidensgeschichten wurden häufig folgende Fehler gemacht:


    1. Die Zähne werden viel zu früh gezogen und nicht erhalten
    2. Das Restgebiß wird mit der Prothese nicht ausreichend gepflegt
    3. In dieser Phase werden schlecht sitzende Teilprothesen toleriert. Dieses führt zu einer Überlastung des Kieferknochens mit Rückbildung des Knochens
    4. Die Prothesen werden ständig erweitert und sitzen dem entsprechend meist schlechter.
    5. Sind alle Zähne verschwunden so erhält man seine Totale. Dabei werden die regelmäßigen Unterfütterungen nicht durchgeführt, sondern es wird sich mit Haftcremes beholfen. Dieses führt zu einem weiteren erhöhten Knochenabbau mit noch schlechter sitzenden Prothesen. Zum Schluß bildet sich ein  sogenannter Schlotterkamm aus.
     
    Dieses ist die über dem zurückgebildeten Knochen zurückgebliebene Schleimhaut welche sehr weich und druckempfindlich ist, was zu häufigen Druckstellen führt.

 

Was kann gemacht werden?

Leider ist die Situation, dass in den letzten Jahrzehnten in der Ausbildung der Zahntechniker, sowie auch der Zahnärzte, sehr wenig Wert auf das Fach “Totale Prothese“ gelegt wurde.
Dieses hat dazu geführt, dass nur sehr wenige Techniker sowie Zahnärzte die schwierigen Fälle beherrschen. Erfolge können nur zustande kommen, wenn zufällig zwei dieser Könner aus Zahntechnik und Zahnärzteschaft zusammenkommen. Befindet sich nur auf einer Seite ein Könner, so werden sicher immer noch befriedigende Prothesen hergestellt. Dieses ist aber für einen Problemfall zu wenig.

In Ihren Fall sollte eingehend untersucht werden, ob sich bei Ihnen ein Schlotterkamm ausgebildet hat.





Wenn die Knochenverhältnisse es erlauben, sollte dieser unbedingt operativ entfernt werden. Meist wird dieses auch in Verbindung mit einer Mundvorhofplastik durchgeführt, bei der dem Kiefer mehr Höhe gegeben wird. Dadurch kann die Prothese nicht mehr so leicht im Mund schwimmen. (Dieser Schlotterkamm wird im allgemeinen auch beim Setzen der Implantate entfernt.)



Nun sollte bei der Herstellung der Totalen Prothese unbedingt mit einem schädelbezogenen Registrat gearbeitet werden. Nur dadurch ist es dem Zahntechniker möglich die Prothesen in einer richtigen patientenbezogenen Position herzustellen. (Dieses ist eine private Position und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezuschusst.)


Die Grundvoraussetzung für eine gute Prothese ist ein hervorragender Abdruck, der vom Zahnarzt mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl hergestellt wird. Dabei werden bestimmte Bereiche besonders erfasst und die Größe und Saugkraft der Prothese bestimmt. Wenn der Patient damit keine Schwierigkeiten hat, können bestimmte Bereiche der Mundhöhle erfasst werden die sonst normal nicht als Prothesenlager benutzt werden. (Überextension) Echte Könner werden hier auch fast aussichtslose Fälle zum halten bringen.
Entscheidend ist auch die exakte Ermittlung der Bißlage. Hier können sehr viele Fehler gemacht werden, da diese Langzeit-Prothesenträger meist schon sehr ausgeleierte Bänder und Kiefergelenke haben und unbewußt gewisse falsche Positionen der Kiefer erlernt haben. Dieses macht sich häufig durch wiederholt auftretende Druckstellen an den unterschiedlichsten Stellen bemerkbar.


Nun sollte nach bestimmten Aufstellungs- methoden gearbeitet werden, die auch von Zähnen bestimmter Fabrikate abhängig sind. Welche Methode angewandt wird, ist in den einzelnen Fällen unterschiedlich und hat sich meist in der Zusammenarbeit von Zahntechniker und Zahnarzt herausgearbeitet.

Modellanalyse n. Körholz


In besonders schwierigen Fällen ist die Statik der Prothese vorrangig. So kann es sein, dass verschiedene ästhetische Vorstellungen der Patienten nicht durchführbar sind. Sollte der Patient auf bestimmte Merkmale wie extrem vorstehende Zähne oder ähnliches bestehen sind nur noch Implantate in der Lage einen ausreichenden Halt zu geben.
Bei der Fertigstellung der Prothese hat der Techniker darauf zu achten, dass die Vorgaben des Zahnarztes (z.B. Abdruck) genau eingehalten werden. Zusätzlich können noch Hilfen wie Bukkinatorstützen im Unterkiefer und Radierungen im Oberkiefer angebracht werden.

Die Summe aller Maßnahmen wird in den überwiegenden Fällen zum Erfolg führen. Sollte alles richtig gemacht worden sein und die Prothese hält trotzdem nicht ist nur noch das Setzen von Implantaten in der Lage Prothesen zum Halten zu bringen.

Wie Sie sehen ist die Herstellung von Totalen Prothesen eine höchst Anspruchsvolle Aufgabe.

Diese Maßnahmen sollten vor dem Setzen der Implantate durchgeführt werden. Einem versierten Techniker sollte es dann auch keine Schwierigkeiten bereiten die Implantatversorgung unter den neuen Prothesen zu positionieren.

Diese Vorgehensweise wird häufig von den Kassen unterstützt.

Komfortlösungen wie festsitzenden Zahnersatz auf Implantaten haben bei diesen Ausgangssituationen keine Chance von den Gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst zu werden.

Lassen Sie sich vor dem Setzen der Implantate genau untersuchen ob eventuelle Erkrankungen eine Operation ausschließen (z.B. Zuckerkrankheit etc.).

 

Dieses trifft bei den meisten Patienten in kleineren oder größeren Umfang zu.

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