UETZE/ Vorschlag der Freien Wählergemeinschaft Katensen zur Sanierung des Haushalts
Gemeinde soll eines der Freibäder schließen
Das hat bislang in der Gemeinde Uetze noch keiner gewagt, laut zu sagen. Die Freie Wählergemeinschaft Katensen (FWK) fordert jetzt, eines der beiden Bäder wegen der Finanzmisere zu schließen. Welches es sein soll, lässt sie offen. Bürgermeister Werner Backeberg (SPD) hat die Forderung zurückgewiesen: "Das ist mit der politischen Mehrheit nicht zu machen."
Der FWKVorsitzende Frank Prusseit und sein Stellvertreter Thomas Sörgel machen darauf aufmerksam, dass die Sanierung des Freibades Hänigsen mehr als die im Frühjahr veranschlagten 500 000 Euro kosten wird. Wolle man die Ausstattung beibehalten, müsse man 930 000 Euro, also 47 Prozent mehr, ausgeben, haben die beiden FWK-Chef´s Backeberg und dem Rat geschrieben. Das Geld könne die Gemeinde nicht erübrigen. Zähle man zu den Schulden im Vermögenshaushalt die Kassenkredite hinzu, sei die Gemeinde übers Jahr gesehen durchschnittlich mit mehr als zehn Millionen Euro verschuldet.
Daher ist aus Sicht der FWK das hohe Zuschussgeschäft bei den Schwimmbädern nicht zu rechtfertige Nach Prusseits Einschätzung nutzt in kleiner Teil der Bevölkerung das Angebot der Gemeinde. Viele Einwohner erfrischten ich im Sommer in Badeseen. Die Einahmen der Badeanstalten deckten nur etwas mehr als 20 Prozent der Kosten, geben Prusseit und Sörgel zu bedenken.
Sie legen sich allerdings nicht fest, welches Schwimmbad geschlossen werden soll. Prusseit rechnet damit, dass nicht nur in Hänigsen Investitionen notwendig sind. Denn auch in die Wasseraufbereitung des Uetzer Bades müsse die Gemeinde Geld stecken.
"Wir machen uns mit unserer Meiung nicht nur Freunde", ist sich Prusseit bewusst. Daher schlägt die FWK vor, einen Buspendelverkehr zu dem verbleibenden Bad einzurichten. Die Kosten dafür seien geringer als die Betriebskosten für ein Freibad.
Nach Auskunft von Bürgermeister Backeberg sind nicht alle Zahlen, die die FWK nennt, aktuell: Die Sanierungspläne für Hänigsen seien abgespeckt worden. Die Investitionssumme beläuft sich jetzt auf 760 000 Euro. Außerdem habe die Verwaltung mit dem Hänigser Förderverein darüber gesprochen, wie die Kosten gesenkt werden können. Denkbar sei, die Jahresöffnungszeit zu verkürzen. "Dadurch lassen sich 30.000 Euro im Jahr einsparen", glaubt der Bürgermeister.
Anmerkung:
In der Gemeinde Uetze werden Mindereinnahmen von über 1.000.000 (1Millonen) Euro aus der Gewerbesteuer erwartet.
Vor diesem Hintergrund ist es unverantwortbar die Kosten für zwei Freibaäder aufzubringen.
Mit 760.000 Euro liegt die Summe immer noch 52 Prozent über den ursprünglich geplanten Kosten.
Wenn ein Bad durch das Schließen während eines Monats 30.000 Euro einspart, ist das immer noch ein Bruchteil von dem was man einsparen würden wenn das Bad garnicht geöffnet würde.
Artikel in der HAZ
